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Snus vs. andere Tabakprodukte: Die wichtigsten Unterschiede

Warum der Vergleich zwischen Snus und anderen Tabakprodukten heute so wichtig ist

Wer sich heute mit Nikotin beschäftigt, steht vor einem Dschungel an Produkten: klassische Zigaretten, E-Zigaretten, Nikotinbeutel, Kautabak, Zigarren – und eben Snus. Gerade Snus sorgt in Deutschland immer wieder für Diskussionen, weil viele nicht genau wissen, was dahintersteckt und wie es sich von anderen Tabakprodukten unterscheidet. Dazu kommen widersprüchliche Infos aus Medien, Freundeskreis und Social Media.

In Gesprächen fällt oft auf: Manche setzen Snus automatisch mit „rauchfrei = harmlos“ gleich, andere wiederum verteufeln es grundsätzlich, ohne die Fakten zu kennen. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen. Um eine halbwegs vernünftige Entscheidung für oder gegen ein Produkt zu treffen, braucht es mehr als Schlagworte und Gerüchte.

In diesem Artikel schauen wir uns deshalb in Ruhe an, wie Snus funktioniert, worin es sich von Zigaretten, E-Zigaretten, Kautabak und anderen Formen unterscheidet und welche gesundheitlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekte eine Rolle spielen. Ziel ist nicht, Snus zu verherrlichen oder zu verteufeln, sondern Unterschiede sichtbar zu machen.

Wenn du also gerade überlegst, ob du von Zigaretten auf etwas anderes umsteigen willst, oder einfach verstehen möchtest, warum Snus so polarisiert, bist du hier genau richtig. Wir gehen Schritt für Schritt durch die wichtigsten Punkte, ohne Fachchinesisch, aber mit genug Tiefe, um nicht an der Oberfläche zu bleiben.

Was Snus eigentlich ist – und was nicht

Snus ist ein feuchter Oraltabak, der traditionell aus Skandinavien kommt, vor allem aus Schweden und Norwegen. Er wird in kleinen Beuteln (Portions) oder lose angeboten und zwischen Oberlippe und Zahnfleisch platziert. Dort bleibt er dann meist 20 bis 60 Minuten liegen, manchmal auch länger. In dieser Zeit wird Nikotin über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Im Unterschied zu Kautabak wird Snus nicht gekaut, gespuckt oder gekaut-plus-ausgespuckt, wie man es aus manchen Sportarten in den USA kennt. Der Beutel bleibt einfach im Mund liegen. Viele Nutzer schätzen genau das: Es ist diskret, es entsteht kein Rauch, kein Dampf, kein Feuerzeugmoment – und man kann theoretisch überall „snusen“, ohne groß aufzufallen.

Wichtig ist die Abgrenzung zu nikotinfreien „Nikotinbeuteln“ (manchmal auch „Nicotine Pouches“, „White Pouches“ oder einfach „Pouches“ genannt). Diese sehen Snus sehr ähnlich, enthalten aber in der Regel keinen Tabak, sondern nur Nikotin (synthetisch oder extrahiert) plus Füllstoffe und Aromen. Rechtlich und gesundheitlich ist das ein anderes Produkt, auch wenn die Anwendung ähnlich ist.

Typische Inhaltsstoffe von Snus

Snus besteht im Wesentlichen aus gemahlenem Tabak, Wasser, Salz, Feuchthaltemitteln (z.B. Glycerin), Aromen (von Minze bis Kaffee ist alles möglich) und oft auch pH-Regulatoren, die beeinflussen, wie schnell und stark das Nikotin aufgenommen wird. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Hersteller und Sorte.

Moderne, in Skandinavien hergestellte Snus-Produkte werden meist nach relativ strengen Industrienormen produziert, die Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe (z.B. bestimmte Nitrosamine) festlegen. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn man Snus mit selbst hergestellten oder schlecht kontrollierten Tabakprodukten vergleicht.

Zigaretten vs. Snus: Rauch, Verbrennung und Alltag

Zigaretten sind nach wie vor das verbreitetste Tabakprodukt – und auch dasjenige mit der besten Datenlage in Sachen Gesundheitsschäden. Der zentrale Unterschied zu Snus ist die Verbrennung: Beim Rauchen wird Tabak angezündet und verbrannt, dabei entstehen Tausende chemische Verbindungen, darunter Teer, Kohlenmonoxid und zahlreiche krebserregende Stoffe.

Bei Snus findet keine Verbrennung statt. Das verändert die Art, wie Schadstoffe entstehen und aufgenommen werden. Es gibt keinen Rauch, der in Lunge und Bronchien gelangt, keine Passivrauchbelastung für das Umfeld und kein typischer „Rauchergeruch“ an Kleidung und in Räumen. Für viele ist allein dieser gesellschaftliche Aspekt ein Grund, sich mit Snus zu beschäftigen.

Auf der Nikotinseite ist der Unterschied weniger eindeutig. Snus kann – je nach Sorte und Gewöhnung – ähnliche oder sogar höhere Nikotinmengen liefern wie eine Zigarette. Viele erfahrene Nutzer berichten, dass der „Kick“ zwar anders ist (langsamer, dafür länger anhaltend), aber genauso befriedigend sein kann. Andere vermissen das Ritual des Rauchens: den Griff zur Zigarette, das Anzünden, das bewusste Ein- und Ausatmen.

Alltagspraktische Vor- und Nachteile

Im Alltag spielt neben der Gesundheit auch die Praktikabilität eine Rolle. Wer viel im Büro, in der Bahn oder bei schlechtem Wetter unterwegs ist, kennt das Problem: Rauchen ist oft nur noch in ausgewiesenen Zonen erlaubt, manchmal weit weg vom eigentlichen Geschehen. Snus lässt sich dagegen heimlich in Meetings, auf Reisen oder in der Bar benutzen.

Der Nachteil: Manchmal verrutscht der Beutel, stört beim Sprechen oder Essen, und gerade neue Nutzer müssen sich erst an das Gefühl unter der Lippe gewöhnen. Außerdem bleibt das Thema Mundhygiene: Snus kann den Speichelfluss anregen, und wer ohnehin zu Zahnfleischproblemen neigt, sollte aufmerksam auf Reizungen achten.

Snus vs. E-Zigaretten: Dampf, Technik und Geschmack

E-Zigaretten haben in den letzten Jahren den Tabakmarkt kräftig durcheinandergewirbelt. Statt Tabak zu verbrennen, wird eine Flüssigkeit (Liquid) erhitzt und als Aerosol inhaliert. Auch hier wird auf Verbrennung verzichtet, was viele Schadstoffe reduziert, aber nicht alle Risiken beseitigt. Snus und E-Zigaretten werden deshalb oft in einen Topf geworfen, wenn es um „rauchfreie Alternativen“ geht.

Der erste große Unterschied: Technik. E-Zigaretten erfordern Hardware (Akkus, Coils, Tanks oder Pods), regelmäßige Wartung und Nachfüllen. Snus ist vergleichsweise simpel: Dose auf, Beutel raus, unter die Lippe, fertig. Wer wenig Lust auf Technik, Laden und Reinigen hat, empfindet das als deutlich unkomplizierter.

Der zweite Unterschied liegt im Konsumerlebnis. E-Zigaretten bieten eine große Bandbreite an Geschmacksrichtungen, Wolkengröße und Nikotinstärke – vom dezenten Zug bis zur dichten „Cloud“. Snus ist diskreter und weniger sichtbar, dafür aber geschmacklich begrenzter auf Tabaknoten, Minze, Beeren oder Kaffee.

Gesellschaftliche Wahrnehmung von Dampf vs. Beutel

Im öffentlichen Raum werden E-Zigaretten zunehmend reguliert, teilweise ähnlich wie Zigaretten. In manchen Restaurants und Öffis ist Dampfen explizit verboten. Snus fällt hier weniger auf – was aber nicht heißt, dass es überall akzeptiert ist. Wer im Büro sichtbar ständig an der Dose nestelt, wird genauso Fragen ernten.

Spannend ist: Viele Menschen empfinden Dampfwolken als störend, aber beäugen Snus eher skeptisch, weil es ungewohnt ist. Das zeigt, wie sehr Wahrnehmung von Gewohnheit und Kultur abhängt – in Schweden wirkt Snus banal, in Deutschland eher exotisch.

Snus vs. Kautabak: Gleiche Liga, andere Spielweise

Oberflächlich wirken Snus und Kautabak ähnlich: beides sind orale Tabakprodukte, die im Mund genutzt werden. Bei näherem Hinsehen zeigen sich aber wesentliche Unterschiede in Konsumform, Kultur und Regulierung.

Kautabak wird – wie der Name sagt – gekaut. Man bewegt ihn im Mund, speichelt ihn ein und spuckt den Tabaksaft in der Regel aus. Das ist nicht nur optisch auffällig, sondern auch in vielen sozialen Situationen unpraktisch. Snus hingegen bleibt unter der Lippe, der Speichel kann meist normal geschluckt werden, ohne dass man eine Spuckflasche braucht.

In Europa spielt klassischer Kautabak nur eine kleine Rolle, während Snus vor allem in Skandinavien eine lange Tradition hat. In den USA ist es umgekehrt: Dort ist „chewing tobacco“ historisch präsent, zum Beispiel im Baseball.

Unterschiede in Herstellung und Zusammensetzung

Snus wird häufig pasteurisiert, also hitzebehandelt, um bestimmte unerwünschte Mikroorganismen und Nitrosamine zu reduzieren. Kautabak wird dagegen vielfach fermentiert, was zu einem anderen Aroma- und Schadstoffprofil führt. Diese Details gehen in vielen Diskussionen unter, sind aber wichtig, wenn man Produkte gesundheitlich vergleichen möchte.

Praktisch heißt das: Wer von Kautabak auf Snus umsteigt, erlebt oft einen anderen Geschmack, eine andere Konsistenz und eine andere Art des Nikotin-Kicks. Viele beschreiben Snus als „kontrollierter“ und weniger „rustikal“ im Mundgefühl.

Zigarren, Pfeife und Wasserpfeife: Wo steht Snus im Genuss-Spektrum?

Während Zigaretten eher Alltagsprodukte sind, gelten Zigarren, Pfeifen und Wasserpfeifen (Shishas) oft als Genussmittel. Man raucht sie selten „nebenbei“, sondern eher in geselliger Runde oder zu speziellen Anlässen. Wie passt Snus in dieses Spektrum?

Snus wird meist deutlich funktionaler genutzt: als Nikotinquelle, um Rauchpausen zu ersetzen oder in Situationen, in denen Rauchen nicht möglich ist. Der „Genussmoment“ spielt zwar eine Rolle – gute Sorten haben ein ausgeprägtes Aroma –, aber das Ritual ist weniger ausgedehnt als bei einer Zigarre oder einer langen Shisha-Session.

Zudem unterscheidet sich die soziale Komponente: Zigarrenabende, Pfeifenclubs oder Shisha-Bars sind sichtbare Events. Snus ist leise, individuell, oft heimlich. Das macht es schwerer, darüber zu sprechen – und trägt dazu bei, dass viele gar nicht genau wissen, wer im Umfeld eigentlich Snus nutzt.

Gesundheitsaspekte: Rauchfreiheit heißt nicht Risikofreiheit

Ein häufiger Denkfehler: „Kein Rauch = keine Gefahr.“ So einfach ist es nicht. Es gibt einen großen Unterschied zwischen „weniger schädlich als Zigaretten“ und „harmlos“. Snus fällt, nach aktuellem Forschungsstand, eher in die erste Kategorie – mit deutlichen Abstufungen und Unsicherheiten.

Durch den Verzicht auf Verbrennung entfallen viele der typischen Rauchriskiken: Lungenkrebs, COPD, chronische Bronchitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Inhalation von Rauchstoffen sind bei rein oralem Konsum deutlich reduziert. Studien aus Schweden deuten darauf hin, dass dortige Snus-Nutzer insgesamt niedrigere Raten bestimmter rauchbedingter Erkrankungen haben als vergleichbare Rauchergruppen.

Das heißt aber nicht, dass Snus „gesund“ ist. Tabak und Nikotin können Blutdruck, Herzfrequenz und Stoffwechsel beeinflussen. Bestimmte Formen von Mund-, Speiseröhren- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs werden in Studien diskutiert, auch wenn die Ergebnisse nicht immer eindeutig sind. Mundschleimhautreizungen, Zahnfleischrückgang und Verfärbungen sind praktischere Alltagsprobleme, die viele Nutzer betreffen.

Abhängigkeit bleibt das Kernthema

Ganz gleich ob Zigarette, Snus oder E-Zigarette: Nikotin macht abhängig. Der Weg zur Toleranzentwicklung – also immer mehr zu brauchen, um den gleichen Effekt zu spüren – ist auch beim Snus klar dokumentiert. Wer mit Snus „nur ein bisschen“ Nikotin konsumieren will, rutscht schnell in ein Muster von täglichen, regelmäßigen Portionen.

Aus gesundheitlicher Sicht ist der einzige wirklich sichere Weg, das Risiko zu minimieren, der komplette Ausstieg aus Nikotin und Tabak. Alle anderen Formen sind eher Abstufungen von „weniger riskant“ bis „sehr riskant“ – und wo genau Snus im Vergleich zu anderen Produkten liegt, wird die Forschung auch in Zukunft weiter untersuchen.

Snus im Vergleich: Ein Überblick in Zahlen

Um die Unterschiede zwischen Snus und anderen Tabakprodukten greifbarer zu machen, hilft eine strukturierte Gegenüberstellung. Die folgende Tabelle fasst zentrale Merkmale zusammen. Sie ist bewusst vereinfacht und ersetzt keine medizinische Beratung, gibt aber ein Gefühl für typische Unterschiede.

ProduktAufnahmewegVerbrennung/DampfTypische NutzungRelative Schadstoffbelastung*
Snusüber Mundschleimhautkeine Verbrennung, kein Dampfdiskret, oft täglich und regelmäßigdeutlich unter Zigaretten, aber nicht risikofrei
ZigaretteInhalation in LungeTabakverbrennungmehrfach täglich, Alltagspausenhoch (viele bekannte Schadstoffe)
E-ZigaretteInhalation von AerosolVerdampfung von Liquidsehr variabel, vom „Dauerzug“ bis gelegentlichunter Zigaretten, genaue Langzeitdaten begrenzt
Kautabaküber Mundschleimhautkeine Verbrennungeher nischenhaft, regional begrenztähnliche Größenordnung wie andere orale Tabake
Zigarre/PfeifeInhalation, teils nur im MundTabakverbrennunggelegentlich, Genussorientierungerhöht, besonders bei regelmäßigem Inhalieren

*Einschätzung auf Basis aktueller internationalen Studien; exakte Werte hängen stark von Produktqualität und Konsumverhalten ab.

Rechtliche Lage: Warum Snus in der EU (fast) verboten ist

Ein Punkt, der viele überrascht: Klassischer, tabakhaltiger Snus ist in der Europäischen Union grundsätzlich verboten – mit einer großen Ausnahme: Schweden. Als das Land der EU beitrat, wurde eine Sonderregelung ausgehandelt, die den Verkauf von Snus im eigenen Land erlaubt, nicht aber den Export in andere EU-Staaten.

In Deutschland dürfen tabakhaltige Snus-Produkte deshalb nicht legal verkauft werden. Was man hierzulande immer häufiger sieht, sind tabakfreie Nikotinbeutel, die rechtlich anders eingestuft werden. Für Konsumenten ist diese Unterscheidung oft verwirrend, weil Verpackungen und Begriffe stark an klassischen Snus erinnern.

Der Hintergrund des Verbots ist historisch und politisch: Die EU wollte die Verbreitung neuer Tabakprodukte eindämmen und sah im Snus eine potenzielle Einstiegssubstanz, insbesondere für junge Menschen. Gleichzeitig wird in Fachkreisen regelmäßig diskutiert, ob das Verbot angesichts der Daten aus Schweden, wo Snus stark verbreitet ist und die Raucherquote niedrig, noch zeitgemäß ist.

Kulturelle Unterschiede: Warum Snus in Schweden normal und in Deutschland exotisch ist

Um Snus zu verstehen, hilft ein Blick nach Skandinavien. In Schweden gehört Snus für viele Männer (und zunehmend auch Frauen) seit Jahrzehnten zum Alltag. Dosen liegen im Supermarkt neben Kaugummi und Zigaretten, in Bars ist „Snusen“ ganz normal, und kaum jemand wundert sich über den kleinen Beutel unter der Lippe.

In Deutschland hingegen ist Snus ein Nischenprodukt, das lange Zeit vor allem unter bestimmten Gruppen kursierte – zum Beispiel in Sportmannschaften, auf Baustellen oder in Szenen, die engen Kontakt nach Skandinavien hatten. Erst durch soziale Medien und Online-Shops ist Snus hier sichtbarer geworden, wenn auch in rechtlicher Grauzone oder als Nikotinbeutel-Variante.

Diese kulturellen Unterschiede prägen auch die Diskussion: In Schweden wird Snus oft als pragmatische Alternative zur Zigarette gesehen, in Deutschland eher als „neues, gefährliches Trendding“. Wie bei allen Nikotinprodukten gilt aber: Der individuelle Umgang damit hängt weniger von der Kultur als vom persönlichen Konsumstil ab.

Konsumverhalten: Wer greift zu Snus – und warum?

Fragt man Nutzerinnen und Nutzer, warum sie Snus verwenden, tauchen immer wieder ähnliche Motive auf: „Ich will nicht mehr rauchen, brauche aber Nikotin“, „Im Büro kann ich nicht ständig raus zum Rauchen“, „Ich mag den Rauchgeruch an mir nicht“ oder auch einfach „Meine Freunde nutzen es, also habe ich es ausprobiert“.

Gerade unter jüngeren Erwachsenen wirkt Snus (oder die tabakfreien Pouches) häufig wie eine Art „Upgrade“ zur Zigarette: moderner, diskreter, weniger auffällig. Gleichzeitig entsteht dadurch die Gefahr, dass Menschen, die ohne Nikotin ausgekommen wären, überhaupt erst eine Abhängigkeit entwickeln.

In Skandinavien zeigt sich ein weiteres Muster: Viele Männer, die früher geraucht haben, steigen vollständig auf Snus um und rauchen gar nicht mehr. Das wird in der Harm-Reduction-Debatte oft als Beispiel dafür genannt, wie Alternativprodukte helfen können, die besonders schädliche Form des Tabakkonsums – das Rauchen – zurückzudrängen.

Kosten, Verfügbarkeit und Alltagstauglichkeit im Vergleich

Auch finanzielle und praktische Fragen spielen eine Rolle: Was kostet mich das im Monat? Wie leicht komme ich an das Produkt? Und wie sehr beeinflusst es meinen Alltag?

Zigaretten sind in den meisten Ländern leicht erhältlich, aber teuer – vor allem wegen der hohen Tabaksteuern. E-Zigaretten erfordern eine gewisse Anfangsinvestition in Hardware, dazu kommen laufende Kosten für Liquids, Coils und Pods. Snus (in Ländern, in denen er legal verkauft wird) liegt preislich oft zwischen klassischer Zigarette und E-Zigarette, je nach Konsummenge.

In Deutschland ist die Verfügbarkeit von tabakhaltigem Snus durch das Verbot eingeschränkt, während Nikotinbeutel sehr präsent sind. Wer reist, bestellt oder mitbringt, bewegt sich schnell im rechtlichen Grenzbereich. Für viele Nutzer ist das ein entscheidender Faktor: Die Hürden bei der Beschaffung können durchaus dazu führen, das Produkt wieder aufzugeben – oder auf legale Alternativen auszuweichen.

Welche Rolle kann Snus in der Rauchentwöhnung spielen?

Eine der heikelsten Fragen lautet: Ist Snus ein sinnvolles Werkzeug, um mit dem Rauchen aufzuhören – oder einfach nur ein Wechsel der Suchtform? Aus wissenschaftlicher Sicht ist klar: Wer von Zigaretten vollständig auf Snus umsteigt, reduziert bestimmte Gesundheitsrisiken deutlich. Aber er oder sie bleibt nikotinabhängig.

Einige Ex-Raucher berichten, dass sie mit Snus endlich von der Zigarette losgekommen sind und später auch den Snus reduziert oder ganz abgesetzt haben. Andere bleiben dauerhaft bei Snus hängen, sehen das aber für sich als akzeptablen Kompromiss. Entscheidend ist die ehrliche Bestandsaufnahme: Geht es mir um weniger Schaden oder wirklich um vollständige Freiheit von Nikotin?

Offizielle Entwöhnungsprogramme in Deutschland setzen aktuell eher auf nikotinfreie Strategien oder zugelassene Nikotinersatzprodukte wie Pflaster, Kaugummis oder Lutschtabletten. Snus spielt dort praktisch keine Rolle – auch wegen der rechtlichen Situation. Wer ernsthaft aussteigen möchte, sollte sich daher zusätzlich professionelle Unterstützung holen, statt nur von einem Produkt zum anderen zu springen.

Wie du für dich eine informierte Entscheidung triffst

Am Ende bleibt die Entscheidung sehr persönlich: Zigaretten, E-Zigarette, Snus, Nikotinbeutel – oder gar nichts davon. Was sich für dich „richtig“ anfühlt, hängt von deiner Gesundheit, deinem Alltag, deiner Psyche und deinen Zielen ab. Wichtig ist, dass du dir die Unterschiede bewusst machst, statt dich von Werbeversprechen oder Gruppendruck leiten zu lassen.

Snus unterscheidet sich klar von anderen Tabakprodukten: kein Rauch, andere Geruchsbelastung, andere Gesundheitsprofile, andere Alltagspraktik. Gleichzeitig bleibt es ein nikotinhaltiges Tabakprodukt mit eigenem Risiko- und Suchtpotenzial. Wer aktuell raucht und weder willens noch in der Lage ist, sofort komplett auszusteigen, kann Snus theoretisch als weniger schädliche Alternative betrachten – sofern er legal verfügbar ist und bewusst genutzt wird.

Wer hingegen bisher nikotinfrei gelebt hat, sollte sich ehrlich fragen, ob der Reiz eines „coolen“, diskreten Produkts das reale Risiko einer neuen Abhängigkeit wert ist. Gesundheitlich ist die beste Entscheidung immer noch, gar nicht erst anzufangen. Zwischen diesen Polen bewegt sich die Debatte um Snus – und genau dort wirst du deinen eigenen Platz finden müssen.

FAQ

Ist Snus wirklich weniger schädlich als Zigaretten?

Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass Snus in vielerlei Hinsicht weniger schädlich ist als das Rauchen von Zigaretten, vor allem weil keine Verbrennung stattfindet und damit viele Rauchgifte entfallen. Das bedeutet aber nicht, dass Snus ungefährlich ist: Er enthält weiterhin Tabak und Nikotin, kann abhängig machen und steht im Verdacht, bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Mediziner sehen Snus daher eher als „weniger schädliche Alternative“ – nicht als harmloses Produkt.

Kann ich mit Snus leichter mit dem Rauchen aufhören?

Manche Ex-Raucher berichten, dass sie dank Snus von der Zigarette losgekommen sind, weil er das Nikotinbedürfnis befriedigt, ohne die Lunge zu belasten. Wissenschaftlich ist die Rolle von Snus in der Rauchentwöhnung jedoch umstritten, und in Deutschland ist er kein offiziell empfohlenes Hilfsmittel. Wer Snus nutzt, um das Rauchen zu beenden, sollte im Hinterkopf behalten, dass die Nikotinsucht bestehen bleibt – und sich idealerweise zusätzliche Unterstützung holen, etwa durch Beratung oder etablierte Nikotinersatztherapien.

Was ist der Unterschied zwischen Snus und Nikotinbeuteln?

Snus enthält gemahlenen Tabak, Nikotinbeutel (oft „Nicotine Pouches“ genannt) dagegen in der Regel keinen Tabak, sondern nur Nikotin, Füllstoffe und Aromen. Äußerlich sehen sich beide Produkte sehr ähnlich, werden auf die gleiche Weise unter der Oberlippe getragen und wirken ebenfalls über die Mundschleimhaut. Rechtlich und gesundheitlich werden sie aber unterschiedlich bewertet, weil Tabak als Rohstoff weitere Stoffe mit sich bringt, die bei tabakfreien Alternativen so nicht vorkommen.

Warum ist Snus in Deutschland verboten, in Schweden aber nicht?

Tabakhaltiger Snus ist in der EU grundsätzlich verboten, Schweden hat jedoch beim EU-Beitritt eine Ausnahmeregelung erhalten. In Schweden ist Snus historisch tief verankert, und die Regierung argumentierte, dass ein Verbot dort weder realistisch noch sinnvoll sei. Der Verkauf in andere EU-Staaten bleibt trotzdem untersagt. In Deutschland dürfen daher keine tabakhaltigen Snus-Produkte legal verkauft werden, wohl aber tabakfreie Nikotinbeutel, die rechtlich anders eingestuft werden.

Verursacht Snus Mund- und Zahnschäden?

Snus kann die Mundschleimhaut reizen, zu lokalen Verfärbungen und bei manchen Nutzern zu Zahnfleischrückgang führen – besonders dort, wo der Beutel regelmäßig sitzt. Wie stark diese Effekte auftreten, hängt von Produkt, Nutzungsdauer, individueller Veranlagung und Mundhygiene ab. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt, Seitenwechsel beim Platzieren des Beutels und eine gute Pflege von Zähnen und Zahnfleisch sind wichtig, um Risiken zumindest zu begrenzen.

Von Snusworld

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